{"id":3073,"date":"2022-05-04T12:24:58","date_gmt":"2022-05-04T10:24:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.agvu.de\/?p=3073"},"modified":"2022-05-04T12:24:58","modified_gmt":"2022-05-04T10:24:58","slug":"verpflichtende-kunststoff-rezyklat-einsatzquoten-im-rahmen-der-europaeischen-verpackungs-und-verpackungsabfallrichtlinie-ppwd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.avu-online.de\/en\/verpflichtende-kunststoff-rezyklat-einsatzquoten-im-rahmen-der-europaeischen-verpackungs-und-verpackungsabfallrichtlinie-ppwd\/","title":{"rendered":"Verpflichtende Kunststoff-Rezyklat-Einsatzquoten im Rahmen der europ\u00e4ischen Verpackungs- und Verpackungsabfallrichtlinie PPWD"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Zuge der \u00dcberarbeitung der europ\u00e4ischen Richtlinie \u00fcber Verpackungen und Verpackungsabf\u00e4lle PPWD (94\/62\/EG) unterst\u00fctzt die AGVU Vorschl\u00e4ge f\u00fcr konkrete Rezyklat-Einsatzquoten bei Kunststoffverpackungen. Diese stellen einen sinnvollen Ansatz dar, um Kunststoffe in Verpackungen im gro\u00dfen Umfang mehrfach zu nutzen und einen Beitrag zur Ressourcenschonung zu leisten. Im Einzelnen gelten folgende Empfehlungen:<br \/><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die <strong>Definition von Rezyklaten<\/strong> muss auf Sekund\u00e4rrohstoffe abstellen, die aus dem Recycling von Abf\u00e4llen gewonnen werden. Nur Abf\u00e4lle nach Gebrauch (Post-Consumer-Waste) sollten zul\u00e4ssig sein. Die Herkunft des Materials muss daf\u00fcr nachvollzogen werden.<br \/><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Verpflichtende Rezyklateinsatzquoten<\/strong> f\u00fcr Verpackungen und Produkte aus Kunststoff sind sinnvoll, wenn das Recyclingmaterial in der notwendigen Qualit\u00e4t, z.B. f\u00fcr einen Einsatz in Anwendungen mit Lebensmittelkontakt, sicher verf\u00fcgbar ist. Um dies sicherzustellen, muss das im Entwurf der Europ\u00e4ischen Verpackungsrichtlinie PPWD verankerte Ziel von 55 % physischem Recyclingoutput, bezogen auf die Marktmenge von Kunststoffverpackungen, tats\u00e4chlich erreicht werden. Mit Blick auf die sehr heterogene und in Teilen noch zu wenig leistungsf\u00e4hige Recyclinginfrastruktur in den verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten muss zun\u00e4chst die Investitionsf\u00f6rderung in diesem Bereich im Vordergrund stehen.<br \/><\/li>\n\n\n\n<li>Ein wirklicher Beitrag zum Schlie\u00dfen von Rohstoffkreisl\u00e4ufen bei Kunststoffverpackungen wird erzielt, wenn die <strong>Einsatzquoten f\u00fcr Rezyklate in Bezug zu den tats\u00e4chlichen Recycling-Outputmengen<\/strong> stehen. Sogenannte \u201ePost-Industrial-Materialien\u201c, also Materialien, die nie in Gebrauch waren, m\u00fcssen in der Rezyklatdefinition ausgeschlossen werden. Diese Materialien fallen im urspr\u00fcnglichen Produktionsprozess an und sollten als Prim\u00e4rmaterial in diesem wieder eingesetzt werden. Ein System der R\u00fcckverfolgbarkeit f\u00fcr Kunststoff-Rezyklate sollte eingef\u00fchrt werden, um Herkunft, Produktqualit\u00e4t und Verbraucherschutz zu garantieren.<br \/><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Einsatzquoten, die sich auf Rezyklate aus Post-Consumer-Materialien beziehen, m\u00fcssen geringer ausfallen<\/strong> als von Eunomia vorgeschlagen. Selbst wenn in der Europ\u00e4ischen Union eine tats\u00e4chliche Outputmenge von 55 % der auf den Markt gebrachten Kunststoffverpackungen erreicht w\u00fcrde, reichten diese Mengen nicht aus, um die genannten Mindesteinsatzvorgaben von mindestens 25 % f\u00fcr kontaktsensitive bzw. 35 % nicht-kontaktsensitive Verpackungen und Produkte bis 2030 zu erreichen. Die Vorgaben f\u00fcr Rezyklat-Einsatzquoten m\u00fcssen auf realistischen Prognosen f\u00fcr erreichbare Mengen an Recyclingmaterialen aus dem Post-Consumer-Bereich beruhen. Die Annahme, dass Rezyklate f\u00fcr den Einsatz in kontaktsensitiven Verpackungen bereits in wenigen Jahren im gro\u00dfen Umfang aus chemischem Recycling stammen werden, ist nicht realistisch. Die vorgeschlagenen Rezyklat-Einsatzquoten f\u00fcr nicht kontaktsensitive Verpackungsarten sollten zudem weiter differenziert werden. Die Quotenvorgaben m\u00fcssen auch deshalb erreicht sein, um einem Ausweichen in schlecht recycelbare Verbunde im Verpackungsbereich entgegenzuwirken.<br \/><\/li>\n\n\n\n<li><strong>Zur F\u00f6rderung des Kunststoff-Rezyklateinsatzes eignen sich weitere Bereiche<\/strong>, etwa eine Harmonisierung der Anforderungen der Erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) f\u00fcr besseres Design-for-Recycling. Recyclinggerechtes Verpackungsdesign, etwa der Einsatz von Monomaterialien und abwaschbaren Farben, ist eine wichtige Voraussetzung f\u00fcr ein hochwertiges Recycling. Designrichtlinien f\u00fcr Verpackungen sollten daher EU-weit harmonisiert und zu verbindlichen Vorgaben im Rahmen der \u00f6kologischen Modulierung der Lizenzentgelte f\u00fcr Verpackungen werden. Die Vorgaben sind regelm\u00e4\u00dfig zu \u00fcberpr\u00fcfen und an die sich fortentwickelnde Recyclinginfrastruktur anzupassen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Stellungnahme steht hier <a href=\"https:\/\/www.agvu.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/AGVU-Position-zu-europ.-Kunststoff-Rezyklat-Einsatzquoten_Mai-2022.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><span class=\"has-inline-color has-vivid-cyan-blue-color\">zum Download<\/span><\/a> zur Verf\u00fcgung. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Zuge der \u00dcberarbeitung der europ\u00e4ischen Richtlinie \u00fcber Verpackungen und Verpackungsabf\u00e4lle PPWD (94\/62\/EG) unterst\u00fctzt die AGVU Vorschl\u00e4ge f\u00fcr konkrete Rezyklat-Einsatzquoten bei Kunststoffverpackungen. <\/p>","protected":false},"author":8,"featured_media":3088,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_nectar_blocks_hide_post_title":false,"_nectar_blocks_transparent_header_effect":false,"_nectar_blocks_transparent_header_effect_color":"light","_nectar_blocks_header_animation":false,"_nectar_blocks_header_animation_delay":0,"_nectar_blocks_header_animation_effect":"fade","_nectar_blocks_page_css":"","_nectar_blocks_page_js":"","inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"hilfskategorie":[35],"class_list":["post-3073","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-stellungnahmen_positionspapiere","hilfskategorie-publikationen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.avu-online.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3073","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.avu-online.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.avu-online.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.avu-online.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.avu-online.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3073"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.avu-online.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3073\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.avu-online.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3088"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.avu-online.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3073"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.avu-online.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3073"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.avu-online.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3073"},{"taxonomy":"hilfskategorie","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.avu-online.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/hilfskategorie?post=3073"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}