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Art und Umfang der Anwendung des Materials

  • Rund 167.000 Tonnen Flüssigkeitskartons wurden 2023 in Deutschland in den Verkehr gebracht (GVM, 2025).
  • Der Flüssigkeitskarton ist eine Allround-Verpackung sehr gut geeignet für Milch und andere flüssige Molkereiprodukte, Säfte, Eistee, pastöses und stückiges Obst und Gemüse, Suppen, Soßen und Co.

Materialeinsatz bei der Herstellung

  • Flüssigkeitskartons bestehen zu 70 bis 80 % aus Karton auf Basis nachwachsender Rohstoffe, beschichtet mit Kunststoff (PE). Eine hauchdünne Aluminiumschicht, dünner als ein Menschenhaar, sorgt bei lang haltbaren Produkten für den notwendigen Sauerstoffschutz.
  • Im Getränkekarton werden u. a. aus lebensmittelrechtlichen Gründen keine Sekundärrohstoffe eingesetzt.
  • Bis zu 90 Prozent der Energie, die bei der Produktion des Rohkartons verbraucht wird, stammen aus Biomasse.

Erfassung/Sortierung/Recyclingfähigkeit

  • Getränkekartons werden in Deutschland flächendeckend über das duale System und fast überall im Holsystem erfasst.
  • Durch die flächendeckende Ausstattung der Sortieranlagen mit NIR-Scannern – an deren Entwicklung die Hersteller von Getränkekartons maßgeblich beteiligt waren – werden Getränkekartons als eigenständige Fraktion mit hoher Sortenreinheit aussortiert.
  • Die stoffliche Recyclingquote von Flüssigkeitskartons erreichte im Jahr 2023 70,4 % (GVM, 2025). Das entspricht einem Anstieg um 7,6 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr (62,8 %). Trotz der schwierigen Marktlage der Recyclingunternehmen in Deutschland zeigt dieses Ergebnis einen deutlichen Fortschritt.
  • Die Papierfasern werden zu Wellpappe-Verpackungen weiterverarbeitet, während hochwertige Rezyklate aus Kunststoff und Aluminium in Poly-Al-Recyclinganlagen zurückgewonnen und vielseitig eingesetzt werden.

Entwicklung/Hintergrund/Ausblick

  • Seit Mitte der 1980er-Jahre nutzen die Hersteller von Getränkekartons und ihre Vormateriallieferanten Ökobilanzen als Instrument, um Prozesse und Produktion auf allen Stufen des Lebensweges ständig zu verbessern.
  • Packungsoptimierungen mit dem Ziel, den Ressourceneinsatz weiter zu reduzieren, stoßen an physikalische Grenzen. Im Vergleich zu den 1980er-Jahren werden heute bis zu 80% mehr Kartons bei gleichem Rohstoffeinsatz produziert.
  • Schwerpunkt laufender Entwicklungen ist, den Anteil nachwachsender Rohstoffe durch den zunehmenden Einsatz von Verschlüssen und Beschichtungen aus Biopolymeren weiter zu erhöhen. Getränkekartons die zu 100% aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden sind seit 2014 auf dem Markt.
  • Großtechnische Anlagen zur Trennung und stofflichen Verwertung von PE-/Al-Reststoffen sind in Betrieb. Weitere vielversprechende Verfahren sind in der Erprobung.

UBA Umweltbundesamt, (2024): Aufkommen und Verwertung von Verpackungsabfällen in Deutschland im Jahr 2022.

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