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Die erweiterte Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR) ist ein etabliertes Instrument der Kreislaufführung von Verpackungen in der EU. Sie verpflichtet Hersteller und Inverkehrbringer, die Organisation und Finanzierung der Entsorgung und Verwertung von Verpackungen selbstständig zu übernehmen. Dies schafft Anreize für eine ressourcenschonende und recyclinggerechte Produktgestaltung.

Das Konzept EPR hat sich zu einem zentralen Instrument der europäischen Kreislaufwirtschaft entwickelt und findet in vielen Produktgruppen Anwendung. Mit dem von der EU-Kommission für September 2026 angekündigten Entwurf eines Circular Economy Act soll dieser Ansatz weiter gestärkt werden. Die AVU begrüßt dies, denn ein klarer und verlässlicher europäischer Rahmen senkt Bürokratiekosten und stärkt den Ausbau der Kreislaufwirtschaft.

Aus Sicht der AVU bietet der Circular Economy Act die Gelegenheit, bestehende Regelungen zu vereinfachen und eine effizientere Erfüllung von EPR-Pflichten im gesamten europäischen Binnenmarkt und über Produktgruppen hinweg zu ermöglichen. Für Unternehmen, die in mehreren Mitgliedstaaten tätig sind, führen unterschiedliche EPR-Anforderungen bisher noch zu hohem Verwaltungsaufwand. Einheitliche Datendefinitionen und Registrierungsnummern können diesen reduzieren und gleichzeitig den Vollzug und den Wettbewerb stärken.

Wie aktuelle Studien zeigen[1], erreichen sowohl wettbewerblich organisierte EPR-Systeme als auch monopolistisch organisierte und regulierte Systeme hohe Recyclingquoten und leisten einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft. Die Erfahrungen in den Mitgliedstaaten zeigen, dass unterschiedliche Modelle erfolgreich funktionieren können. Eine Harmonisierung sollte daher gemeinsame Rahmenbedingungen schaffen, ohne bestehende effiziente Systeme zu beeinträchtigen.

Neue Transparenzanforderungen müssen auf die unterschiedlichen Ausgestaltungen der EPR-Systeme in Europa Rücksicht nehmen:

  • In nicht-wettbewerblichen Systemen können angemessene Transparenzvorgaben dazu beitragen, Effizienz sicherzustellen und die Verwendung der Gebühren nachvollziehbar zu machen.
  • In Wettbewerbssystemen wie in Deutschland stehen die Dualen Systeme in direkter wirtschaftlicher Konkurrenz zueinander. Der Wettbewerb schafft Anreize für effiziente Strukturen und kostengünstige Lösungen für die verpflichteten Unternehmen. Vorgaben zur Offenlegung von Preis- und Kosteninformationen geraten hier jedoch in Konflikt mit dem Wettbewerbsrecht.

Europäische Transparenzvorgaben für EPR-Systeme sollten daher abgestuft greifen und sich an der jeweiligen Ausgestaltung des EPR-Systems orientieren.


[1] „Effizienz und Leistungsfähigkeit von EPR-Systemen für Verpackungen in der EU“, Adelphi, 2025: https://adelphi.de/system/files/document/effizienz-und-wirksamkeit-von-verpackungs-epr-systemen-in-der-eu.pdf